
Interdisziplinäre Forschung und Lehre an renommierten Hochschulen
Das Konzept einer „Echtzeit-Wissenschaft“ basiert auf der engen Zusammenarbeit von Wissenschaftlern mit der Praxis, um so neue Erkenntnisse für die Gestaltung von Organisationen zu gewinnen, die dann in einer anwendungsorientierten Forschung vertieft werden.
Nach dem Abitur absolvierte Hans-Gerd Servatius zunächst ein Studium der Technischen Chemie und Verfahrenstechnik an der damals neu gegründeten Universität Dortmund. Bereits als Student war er Leiter der Kommission für Studium und Lehre, deren Aufgabe es war, den Studiengang Chemieingenieurwesen weiterzuentwickeln. Seine Diplomarbeit schrieb Hans-Gerd Servatius bei Professor Reinhardt Jünemann, dem Gründer des Fraunhofer-Instituts für Materialfluss und Logistik.
Anschließend absolvierte er ein wirtschaftswissenschaftliches Aufbaustudium an der Technischen Hochschule Aachen und erhielt ein Promotionsstipendium der Konrad-Adenauer-Stiftung. Parallel dazu arbeitete er als wissenschaftlicher Mitarbeiter im Bereich Industrieökonomik und Wirtschaftspolitik.
Neben seiner Beratungstätigkeit erfolgten dann an der Universität Stuttgart:
- 1985 die externe Promotion zum Dr. rer. pol. bei Professor Erich Zahn und Professor Péter Horváth
- 1991 die externe Habilitation und schließlich
- 1994 die Ernennung zum Honorar-Professor für Betriebswirtschaftslehre.
Außerdem übernahm Professor Servatius Lehraufträge an der Universität Bern und an der European Business School und hielt Gastvorlesungen an vielen weiteren Hochschulen.
Forschung und Lehre zum Wandel komplexer sozialer Systeme
An der Universität Stuttgart war Hans-Gerd Servatius bis zur Emeritierung von Professor Erich Zahn in das Lehrangebot zur strategischen Führung und nachhaltigen Entwicklung integriert. Seit 1984 widmete er sich dort im Rahmen von Blockveranstaltungen den Themen, die er später in seinen Publikationen vertiefte. Seit 2008 ist Hans-Gerd Servatius in Stuttgart am Lehrstuhl für Organisation von Professor Michael Reiß tätig. Dort beschäftigt er sich mit der Frage, wie international erfolgreiche Unternehmen den Wandel zu einem Enterprise 2.0 bewältigen. Daneben lehrt er strategisches Innovationsmanagement im Executive MBA-Programm für Technologie-Manager an der RWTH Aachen sowie Qualitäts- und Innovationsmanagement an der European University of Applied Sciences.
Die Bemühungen führender Business Schools, ihre Studenten besser auf eine komplexe globale Wirtschaftswelt vorzubereiten, bestätigen ihn in dem eingeschlagenen Kurs. Den Kern seines Lehrprogramms bildet Servatius ManagementsystemsTM, ein ganzheitliches Führungskonzept, das auf den Erkenntnissen der Theorie komplexer sozialer Systeme aufbaut.
Als Beiratsmitglied der von Professor August-Wilhelm Scheer herausgegebenen Zeitschrift „Information Management & Consulting“ beschäftigt sich Hans-Gerd Servatius vor allem mit der Rolle der Informationstechnik im Rahmen einer offenen Führung (Open Leadership).
Ein Forschungsschwerpunkt von Professor Servatius liegt gegenwärtig bei der Beantwortung der Frage, wie der Wandel zu einem nachhaltigen Energiesektor gelingt. Wichtige theoretische Grundlagen hierfür wurden im Rahmen der Komplexitätsforschung am Santa Fé Institute geschaffen. Die Komplexitätstheorie hat inzwischen eine Vielzahl von Fachdisziplinen befruchtet. Die Arbeit des Management Systems Network konzentriert sich auf die betriebswirtschaftliche Forschung zum Wandel komplexer sozialer Systeme. Gemeinsam mit anderen Organisationen, wie dem Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie GmbH und dem Dutch Research Institute for Transitions (DRIFT) in Rotterdam, unterstützen wir Sie bei der Bewältigung der aktuellen Herausforderungen.
Action Science als wissenschaftliche Methodik
Die interdisziplinäre wissenschaftliche Arbeit von Hans-Gerd Servatius orientiert sich an dem von Professor Chris Argyris an der Harvard University entwickelten Konzept einer „Action Science“, die versucht, theoretische, empirische und normative Ansätze miteinander zu verbinden. Ziel dieses Ansatzes ist es, aus der engen Zusammenarbeit mit Organisationen neue Erkenntnisse für deren Gestaltung zu gewinnen und diese im Rahmen einer anwendungsorientierten Forschung zu beschreiben. Action Science steht somit in der hermeneutischen Tradition eines teilnehmenden Verstehens.
In einer Zeit, in der das Umfeld von Unternehmen komplexer und dynamischer ist als je zuvor, steigt die Bedeutung einer solchen Echtzeit-Wissenschaft. Bereits 2004 - also deutlich vor der letzten Wirtschaftskrise - hat Hans-Gerd Servatius in einem Artikel skizziert, wie Managementsysteme gestaltet sein sollten, um diese Turbulenz zu bewältigen. Eine Beantwortung dieser Frage steht weiterhin im Mittelpunkt seiner Arbeit.
